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Bestrebungen zu hindern suchten, ist wohl heute so ziemlich vergessen. Nicht aber sein Werk, wenn es auch nicht so geschätzt wird, wie es verdient. Man kennt zwar Pope's Dinciade, von der Herder mit Recht sagt, daß sie niemanden mehr geschadet habe als dem Dichter selbst '), man kennt Dryden's Mac Flecknoe, Garth's Dispensary aber ist heute kaum dem Namen nach bekannt. Es wurde eben durch Pope's Rape of the Lock verdrängt. Und doch verdiente das Garth'sche Werk wenigstens seiner literarhistorischen Bedeutung wegen sicher mehr Beachtung. In seiner bereits mehrfach erwähnten Arbeit über das Dispensary war Schenk der erste, der auf die Bedeutung dieser Dichtung hinwies und am Schluß seiner eingehenden Untersuchung zu dem Ergebnis kam, „daß das Dispensary eine wichtige Vermittlerrolle zwischen Boileau und Pope gespielt habe.“ 2)

Die Frage, welche Stellung das Dispensary innerhalb des komisch-heroischen Epos einnehme, ist durch Schenk erschöpfend behandelt worden. Auch die Frage, unter welchem Einfluß der Dichter gestanden, hat Schenk in seiner Arbeit wiederbolt berührt, und in der vorliegenden Ausgabe ist in den Anmerkungen zu den betreffenden Stellen darauf hingewiesen. Es genüge daher hier, nur das Wichtigste kurz zusammenzufassen.

Garth gibt uns selbst in der Vorrede zu seinem Gedicht über diese Frage Aufschluß. „Die Autorität einiger griechischer und lateinischer Dichter rechtfertigt meinen Plan,“ sagt er dort, als er von den Bedenken gegen die Einführung der *Fury Disease' in seinem Gedicht spricht, und weiter unten: „Was den nächsten Einwand der Kritiker anlangt, ich hätte Boileau's Lutrin nachgeahmt, so muß ich gestehen, daß ich stolz auf diesen Tadel bin.“ Diese griechischen und lateinischen Dichter, die uns Garth als seine Vorbilder nennt, waren Homer und Virgil. Daß er ein gründlicher Kenner des klassischen Altertums war, wurde bereits erwähnt. Seine Übersetzung des 14. Buches der Ovid’schen Metamorphosen beweist dies.

1) Hettner, a. a. O., S. 248. ) Schenk, a, a. O., S. 112.

Beinahe jedermann beschäftigte sich zu einer Zeit, wo der französische Klassizismus die englische Literatur beein. flußte, mit den Klassikern, und so kam zur persönlichen Neigung unseres Dichters noch die damals herrschende Geschmacksrichtung hinzu. Dieser Einfinß der Klassiker ist im ganzen Gedicht zu erkennen, Anlage, Charaktere und Sprache lebren uns das.

Zu Homer und Virgil, die unseren Dichter Stil und Kunstmittel lehrten, kommen nun noch vor allem die Begründer und Vertreter des heroisch-komischen Epos hinzu.

Im Altertum sind es besonders der Margites und der Froschmäusekrieg, der die Iliade parodiert. Der erste Vertreter des komischen Epos in der Neuzeit ist der Italiener Alessandro Tassoni (1565–1635) mit seinem Gedichte La secchia rapita (der geraubte Eimer), das 1622 in Paris erschien. Nach diesem Vorbilde dichtete dann Boilea u seinen Lutrin (Chorpult) 1674.") Der nächste Vertreter dieser Dichtungsgattung ist John Dryden. Er, der bedeutendste englische Epiker unter französischem Einfluß, zeigt in seinem Mac Flecknoe (1682) viele Züge ähnlich denen, wie wir sie in der Satire des Boileau'schen Lutrin finden.) Dann wäre als zeitlich nächstes unser Gedicht anzuführen.

Die Frage, ob unser Dichter Boileau oder Dryden nachgeahmt hat, war lange umstritten, erst die Untersuchung Schenk's hat über diesen Punkt Klarheit geschaffen. „Das Dispensary ist eine direkte, ziemlich genaue Nachahmung des Boileau'schen Lutrin, es ist überhaupt von allen Nachahmungen desselben die ähnlichste und steht dem Lutrin sehr nahe, viel

1) Schenk, a. a. O., S. 46.
3) Schenk, a. a. O., S. 51.

näher als z. B. der so oft mit dem Lutrin verglichene Lockenraub von Pope. Die gerade Linie des italienischen komischen Epos über das französische zum englischen geht also von La secchia rapita über das Lutrin zum Dispensary.1)

In formaler Hinsicht steht Garth, was Versbau und Reimtechnik anlangt, vollkommen unter dem Einfluß Dryden's. 2) Der Mann, der alle seine Zeitgenossen durch den süßen Zauber seiner Sprache, durch eine seltene Meisterschaft des wohllautenden Reimes entzückte, das Haupt und der Führer der gesamten jungen Dichterschule, der dem französischen Klassizismus zum Siege über die alte englische volkstümliche Dichtung verholfen hatte, wurde auch das Vorbild für unseren Dichter.

Hinsichtlich der Handlung des Dispensary sei zum Schluß noch bemerkt, daß der Mittelpunkt derselben, die Schlacht zwischen Ärzten und Apothekern, auf eine wirkliche Begebenheit zurückgeht. „Die Beschreibung der Schlacht," sagt Garth in der Vorrede, „gründet sich auf einen Streitfall, der sich in der Armenapotheke ereignete, zwischen einem Mitglied des College und seinem Anhang und einigen Dienern, die dort beschäftigt waren, Medizin abzugeben.“

V. Bibliographisches. Ein Originalmanuskript des Dispensary ist nicht vorhanden.3) Es mußte daher die Frage entschieden werden, welche der Auflagen einer kritischen Ausgabe zugrunde zu legen sei. Die Entscheidung war insofern schwierig, als die zu Lebzeiten des Dichters erschienenen Auflagen die 4 nach seinem Tode veröffentlichten Drucke konnten ja nicht mehr in Betracht kommen bedeutend voneinander abweichen, wie dies aus den Varianten zu ersehen ist.

1) Schenk, a. a. O., S. 66.
2) Schenk, a. a. O., S. 10.

3) Wenn Schenk (S. 10) sagt: „Das Manuskript der dritten Auflage, das Garth's Freund Christopher Codrington gehörte, befindet sich in der Bibliothek des Ärztekollegiums in London“, so beruht diese unrichtige Bemerkung vielleicht auf einem Mißverständnis des Wortes copy in der Biographie Garth's im D.N.B. Die betreffende Stelle lautet: “The copy of the third which belonged

Ich habe mich dafür entschieden, die Ausgabe letzter Hand der nachfolgenden kritischen Ausgabe zugrunde zu legen, weil ich so am besten der Schwierigkeiten Herr zu werden glaubte, die die beständigen Änderungen sowohl des Sinnes, wie der Schreibung die der Dichter an seinem Werke vornahm, bieten.

Trotz Nachforschungen am Brit. Museum und an den in Betracht kommenden Bibliotheken der ärztlichen Colleges in London, sowie trotz Anfragen bei den bedeutenderen englischen Antiquariaten, war es mir unmöglich, die 8. Auflage zu Gesicht zu bekommen oder ihr Druckjahr zu erfahren. Ich muß daher die 7. von 1714 als die Ausgabe letzter Hand bezeichnen, selbst auf die Gefahr hin, daß die 8. die letzte der zu Lebzeiten Garth's erschienenen Ausgaben ist. War sie dies wirklich, so würde der Text doch kaum nennenswerte Abweichungen von dem vorliegenden aufweisen. Die Varianten der 9. beweisen uns das.

Die in Betracht kommenden Einzelauflagen des Dispensary sind folgende ?):

The / Dispensary; / A / Poem. | London, / Printed, And Sold by Jolin Nutt, near | Stationers-Hall. 1699. 4°. 84 S.S. [1]

to Garth's Friend, Christopher Codrington, is in the library of the College of Physicians of London' etc.

Trotz sorgfältiger Nachforschung konnte ich weder in der Bibliothek des Royal College of Physicians, noch im Royal College of Surgeon's, noch in der R. Med. and Chir. Soc. ein Manuskript finden. Auch im Brit. Mus, ist nichts vorhanden. Wohl aber hat das R. C. of Phys. die 3. Aufl., in der Chr. Codrington die richtigen Namen der Helden eingesetzt hat.

1) Die schrägen Striche bezeichnen die Zeilenenden. Garth-Leicht, Dispensary.

2

The Dispensary: / A / Poem. In Six Canto's. Quod licet, libet. / The Second Edition, Corrected by the Author. London / Printed: And Sold by John Nutt near / StationersHall, 1699. 894 S.S. – Mit Widmung an Anthony Henley, dem Vorwort und dem Schriftstück vom 22. XII. 1696. Außerdem sind abgedruckt Lobgedichte auf das Dispensary von C. Boyle, Chr. Codrington, Tho. Cheek und H. Blount. Titelkupfer, das "College of Physicians' darstellend. (?)

The Dispensary: / A / Poem. / In six Canto's. Quod licet, libet. / The Third Edition, Corrected by the Author. / London / Printed: and Sold by John Nutt near / Stationer's Hall, 1699. 4°. 94 Seiten. — Beigegeben ist ein Stich, das ‘College of Physicians' darstellend: M. van der Guche Sculp. [8]

The / Dispensary. / A / Poem. / In Six Canto's / Quod licet, libet. / The Fourth Edition, with Additions. / London / Printed: And Sold by John Nutt near / Stationers Hall, 1700. 8o. 96 Seiten. - Mit Widmung etc. wie bei %. [4]

The Dispensary etc. The Fifth Edition. 1703. Diese Ausgabe war nirgends aufzufinden. Das Druckjahr erfuhr ich durch eine Mitteilung Prof. Dowdens.

The Dispensary / A / Poem / In / Six Canto's. Quod licet, libet. / The Sixth Edition, / With several Descriptions and Episodes / never before Printed. London, Printed : And Sold by John Nutt, near / Stationers-Hall. 1706. 120 Seiten. 8o. - Mit Widmung etc. wie %. Titelkupfer wie $. [6]

The / Dispensary / A / Poem. / In Six Canto's. / Hanc veniam petimusque damusque vicissim. / Hor. de A. P. / The Seventh Edition. / With several Descriptions and Episodes never before Printed. / London: / Printed for Jacob Tonson, at Shakespear's | Head, over-against Cathrine-Street in / the Strand. 1714. Mit Widmung wie 3-6. 84 Seiten, 8o. Beigegeben sind dieser Ausgabe 7 Kupferstiche: 1 Titelkupfer und je 1 Stich vor jedem Gesang. Das Titelkupfer stellt eine Szene aus dem Kampf zwischen den Ärzten und Apothekern dar. Der nächste Stich zeigt uns den Gott der Faul

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